Chronik des Hauses

Eine alte Zeichnung aus dem Jahre 1680 bekundet als erstes das Bestehen des Torschlosses. Zu damaliger Zeit – das Mittelalter mit Rittern und Edelmännern ging bereits seinem Ende entgegen – war das Haus, in dem Sie sich befinden, noch nicht einmal in den Grundmauern gebaut. Vermutlich entstand es erst um 1700, als eine starke Bevölkerungszunahme neue Wohnhäuser nötig machte.

Der erste bekannte Bewohner war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Metzger Anton Büchelmayer. Dessen Witwe verkaufte das Haus im Jahr 1757 um 500 Gulden an den Hofbeck Anton Bonenberger. Da es noch keine Hausnummern im heutigen Sinn gab, wurde das Haus als - zwischen der Brugg und dem Fußweg mit Büchel - gelegen bezeichnet. Mit - der Brugg - war die heute nicht mehr vorhandene Torbrücke gemeint.

Recht eigentümlich hören sich die Gebaren an, die im Jahre 1796 von der Gemeinde gepflegt wurden. Der Sohn des Hofbecks, Josef Bonenberger, heiratete 1786 die Voralbergerin Maria Anna Klara Zehender. Zehn Jahre später war sie Witwe, heiratete jedoch noch im selben Jahr den Bäcker Gabriel Spanninger aus Mochenwangen. Um das Bürgerrecht zu erhalten, mußte er damals je 25 Gulden an Staat und Gemeinde entrichten, als Sitzgeld 12 Gulden 30 Kreuzer an die Stadt, sowie drei Gulden für den Feuerkübel, und schließlich einen Gulden als Schützengeld. Somit belief sich die Bürgeraufnahme auf 66 Gulden und 30 Kreuzer, für damalige Verhältnisse eine ungewöhnlich hohe Summe.

Die Tochter Spanningers, Antonia, vermählte sich 1829 mit dem aus Isny stammenden Arzt Dr. Franz Anton Halder. Der ließ das - Haus am Tor – abreißen und den heutigen Bau errichten. Kurze Zeit später übernahm er die Apotheke des 40jährig verstorbenen Karl von Leo und verlegte sie 1841 aus der Montfortstraße in den Neubau.

Das neue - Haus am Tor - wurde erst wieder 1862 durch seine Kinder an den Kaufmann Josef Müller veräußert. Sechs Jahre später ging das Geschäft, zu dem auch eine Wachszieherei gehörte, an den Kaufmann Karl Hohloch über. 1907 wurde das Haus von dessen Witwe an Alois Locher, Kaufmann und Drogist, verkauft. Seine Tochter Martha übernahm das Geschäft, das nach ihrem Tod an den Drogisten Jost Wünsche verpachtet wurde. 1974 ging das Haus Bärenplatz 8 in den Besitz der Familie Schühle über. Im Juni 1977 eröffneten Anton und Gertrud Schühle die Torstuben, welche am 1. Januar 1998 an dessen Tochter Ulrike übergeben wurde.